Brain Frag mk am 19. Juni 2009
Herzlichen Glückwunsch, Frau von der Leyen!
Eine Zensur findet nicht statt. Ich danke Frau von der Leyen für ihre engagierte Politik, allen Widerständen zum Trotz, und dem Deutschen Bundestag für sein gestriges entschlossenes Auftreten bei einem heiklen Thema. Dank der neuen Netzsperren können Missbrauchsopfer jetzt endlich aufatmen. Alles wird gut.
Man überlege sich erst die vielfältigen Anwendungsbereiche, die sich unserer Gesellschaft ganz nebenbei eröffnen – Nein, wirklich, dieses Modell könnte Schule machen. In Nullkommanichts hätten wir uns all unserer Probleme steuergelderschonend entledigt!

Also mehr davon! Bin nur gespannt, was die Opposition sagt… die kann ja manchmal ziemlich lästig sein.
Die durchaus hehren Ziele unserer Politik werden jedenfalls nicht von Allen gewürdigt:
ZEIT ONLINE: Aber können die Sperrlisten nicht ein Instrument von mehreren sein im Kampf gegen diese Kriminalität?
Bahls: Wir [Mogis] sind für die effiziente Bekämpfung von Straftaten nach Paragraf 184 b. Dazu gehört aber, dass man die Inhalte aus dem Internet entfernt und die Inhaber der Server bestraft. Und über die Inhaber kommt man vielleicht auch an Leute, die so etwas herstellen und kann so verhindern, dass weitere Kinder missbraucht werden. Der Missbrauch muss unterbunden werden. Das aber geschieht nicht dadurch, dass die Bundesregierung ihren Bürgern Scheuklappen aufsetzt.
(Zitat ZEIT Online, 16.4.2009)
Auch nicht innerhalb der Koalition: Der SPD-Onlinebeirat hat angekündigt, im Falle eines Votums für Netzsperren seitens der SPD-Fraktion seine Arbeit einzustellen.
Illustration: mediengestalter.cc
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