Feeds: Artikel und Kommentare 09. Mai 2008

Archiv: RubrikenSauereien



Allgemeines | Sauereien mk am 07. November 2007

Vorratsdatenspeicherung: Beitrag im ZDF heute journal

Und für alle, die sich bislang noch nicht mit dem Thema Vorratsdatenspeicherung befasst haben, hier ein Beitrag des ZDF heute journal von gestern.

Es kommen unter anderem der DJV-Vorsitzende Michael Konken sowie der Präsident des Deutschen Anwaltvereins Hartmut Kilger zu Wort - Vertreter von Berufsgruppen, deren Tätigkeit durch die Vorratsdatenspeicherung direkt bedroht wird. Konken spricht von einer Beseitigung der Pressefreiheit, Kilger von Achsenverschiebungen im Rechtsstaat.

Via Netzpolitik.

Allgemeines | Sauereien mk am 07. November 2007

Vorratsdatenspeicherung und Wirtschaftsspionage

Was mir bei den Diskussionen zur geplanten Vorratsdatenspeicherung auffällt: Im Fokus stehen - und das ist auch gut so - die Grundrechte des Einzelnen, das Verhältnis von Bürger und Staat zueinander, sowie die Gefahr des Datenmissbrauchs durch Dritte. Daten, die vorhanden sind, werden auch genutzt werden, auf die eine oder andere Weise. Da hilft ein Gesetz nun mal erst nach der Tat. Oder gar nicht.

Allerdings wird ein Aspekt des letzteren Punktes - Datenmissbrauch - oft gar nicht oder nur beiläufig erwähnt, und das ist der der Wirtschaftsspionage (die ja auch den Einzelnen betrifft!).
Wenn der Einwohner, sofern er überhaupt versteht, worum es beim Thema Vorratsdatenspeicherung eigentlich geht (Daten, uuuuh, das ist bestimmt was mit Computer, da kenn ich mich nicht so aus, interessiert mich nicht.), keinen Erfolg bei der Politik haben sollte, müsste dieser Aspekt doch zumindest den einen oder anderen Lobbyisten aus der Wirtschaft wachrütteln, um da mal Druck zu machen. ;-)

Das Bundesamt für Verfassungsschutz jedenfalls weist in einer Broschüre zum Thema Wirtschaftsspionage (April 2006) darauf hin, dass davon ausgegangen werden muss, dass Nachrichtendienste zunehmend Agenten als Mitarbeiter wirtschaftlicher Unternehmen tarnen. Warum fallen mir gerade Telekommunikationsunternehmen als ideales Ziel ein?

Musik | Sauereien mk am 26. Mai 2007

Gehts noch?!

Erst der zweite Eintrag in meiner “Sauereien”-Rubrik, und wieder dreht es sich um die Musikindustrie… In einer aktuellen Pressemeldung warnt der DJV Journalisten vor einer Unterzeichnung der Akkreditierungsverträge für die Deutschlandkonzerte von Justin Timberlake.

Besonders eklatant sei im Fall Justin Timberlake die Klausel, nach der für die Vereinbarungen nicht deutsches Recht, sondern die kalifornischen Gesetze gelten sollen. Damit schließt der Akkreditierungsvertrag, der dem DJV vorliegt, unter anderem die Anwendung des deutschen Urheberrechts aus. Die Bildjournalisten müssen darüber hinaus bereits vor Beginn der Tournee genau angeben, wann und wo die Fotos veröffentlicht werden. Jedes Foto darf nur einmal abgedruckt werden. Für jede weitere Verwendung muss eine Zustimmung beim Timberlake-Management eingeholt werden.

Natürlich ist es im Interesse des Managements, dass das eigene Produkt ohne den lästigen Umweg über die freie Berichterstattung kontrolliert und punktgenau in den Medien landet - idealiter, indem die PR-Arbeit direkt und honorarfrei von den berichtenden Journalisten übernommen wird. Mitunter spart man sich damit vielleicht auch das Buchen von teuren Anzeigenplätzen…
Via Trierer Medienblog.

Demoscene | Musik | Sauereien mk am 20. Januar 2007

Timbaland goes Demoscene

Wenn man etwas abschreibt und den Autor nennt, ist das ein Zitat. Tut man es nicht, ist es ein Plagiat. Macht man damit auch noch eine Menge Kohle bei einem großen Musiklabel, ist das eine Sauerei.

Auf der jährlich stattfindenden Assembly, einer der größten Demoscene-Parties mit mehreren Tausend Besuchern, hatte Janne Suni alias Tempest (damals bei der Gruppe Damage, derzeit bei Fairlight) während der Veranstaltung im Jahr 2000 ein kleines Chiptune namens “Acidjazzed Evening” in der Kategorie Oldskool music eingereicht und unter 15 Wettbewerbsbeiträgen gewonnen. Später machte Glenn Rune Gallefoss alias grg daraus ein Cover. Bis hierhin ist alles eine Sache innerhalb einer Szene von Enthusiasten digitaler Kunst. Die Tracks sind frei im Netz verfügbar, jeder darf sie sich kopieren und damit eigentlich machen was er will, so lange er sich nicht selbst als Autor ausgibt und damit Kohle einfährt.

Genau das passiert aber immer wieder. In der irrigen Annahme, es handle sich bei der Demoscene um eine kleine Nischengruppe skandinavischer Nerds, die außer einiger anderer skandinavischer Nerds sowieso keiner kennt, kommt es des öfteren vor, dass jemand Tracks aus der Demoscene nimmt, sie zum Zweck des Verkaufs auf CDs packt und/oder sich auf diversen Musikportalen als Autor ausgibt - so geschehen beispielsweise auf MP3.com, wo ein gewisser Jay Newingham aus Alabama Songs von Szenegrößen wie etwa Jonne Valtonen (Purple Motion/Future Crew) eins zu eins übernahm und versuchte, sie zu Geld zu machen.

Etwas andere Dimensionen nimmt das aber an, wenn bei Geffen Records ein Timbaland sitzt und einen Song für Nelly Furtado namens “Do it” produziert, der über längere Strecken hinweg die Baseline und Melodie der Version von grg enthält - weit länger, als dass dies noch als “sampling” durchgehen könnte. Dass das Original im Internet kostenlos verfügbar ist, heißt ja nicht, dass Tempest oder Kollege grg damit auf Urheberrechte verzichtet hätten.

Nachdem diese Geschichte zunächst als Gerücht im Internet die Runde machte, wurde inzwischen zumindest schon einmal im finnischen Fernsehen YLE und im Osloer Dagbladet und anderen Medien darüber berichtet. Auch der Website des Rolling Stone war es zumindest ein paar Zeilen wert. Mittlerweile gibt es auf Youtube ein Video für den direkten Vergleich von “Do it” und dem Original von Tempest.

Mich persönlich würde schon allein aus Prinzip interessieren, wie die Sache ausgeht. Um Spekulationen entgegenzuwirken, hat Tempest eine kleine Website aufgesetzt, auf der er sich in unregelmäßigen Abständen äußert.