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München | Projekte mk am 25. Januar 2007 12:27 pm

Die Dreigroschenoper nach Bert Brecht und Kurt Weill

Und der Haifisch, der hat Zähne! Die Dreigroschenoper nach Bert Brecht und Kurt Weill mit einer bunt zusammengewürfelten Laiengruppe aufzuführen, ist gar nicht mal so einfach. Das Musicalteam Kirchheim hat sich über ein ganzes Jahr hinweg trotzdem dieser Herausforderung gestellt und das Stück im November 2003 an drei Aufführungstagen im Jugendzentrum Kirchheim auf die Bühne gebracht.

André Borun als Mackie Messer

Wir waren ein heterogener Haufen aus etwa drei Dutzend Leuten zwischen 15 und 50 (?) mit sehr unterschiedlichem Background, die meisten ohne jede Bühnenerfahrung, die sich an den Wochenenden trafen, um Szenen einzuüben. Dazu wurde die Musik von Kurt Weill komplett neu als Rock-Oper à la Tom Waits arrangiert. Die Regie hatte Brian Burger, den man in Sachen Musical schon aus den “Cats” und “Jesus Christ Superstar” kannte, die Choreografie und Maske übernahm Sylvia Graefe, musikalischer Leiter war Robert Neußendorfer.

Das Projekt nahm Formen an. Es wurde aber schnell klar, dass das Ganze sehr zeit- und stressintensiv werden würde. Das Stück lebt von seiner Detailfülle, es gibt eine Menge Text und Zusammenhänge zu bewältigen, und überhaupt ist es schwierig, dass ein so großes Team erstmal zu einem wirklichen Team wird. So ist es für mich im nachhinein auch verständlich, dass während dieser Zeit auch einige der ursprünglich Mitwirkenden aus dem Projekt ausstiegen. Die Gründe dafür waren verschieden; teils waren für einige Job und Freizeit unvereinbar, etliche hatten private Gründe, andere waren dem Druck schlicht nicht gewachsen. Es sah zeitweise etwas danach aus, als würde nach Monaten der Vorbereitung das ganze Projekt ins Wasser fallen.

Aber eben weil es (bis zuletzt!) Probleme gab, lernte man auch neben einem Theaterstück eine ganze Menge in Sachen Krisenmanagement. :-) Ich meine, dass es für viele auch nicht zuletzt dadurch eine persönliche Bereicherung war, hier mitzumachen. Außerdem hatte man auf und neben der Bühne viel Gelegenheit, einander kennenzulernen. Man saß in einem Boot, und der November rückte näher.

Und es wurde ein voller Erfolg. Aufgetakelte Huren, dubiose Polizisten und Pfarrer, richtig eklige Bettler und die Peachums. Mackie Messer zwischen Polly und Lucy. Gangster. KUNSTGRIND! BLUT! JAAAAAAAA! Es gab drei Aufführungen im ausverkauften JUZ. “Die Leute fanden’s geil, wenn auch ein wenig lang” (denn Kürzen kam nicht in Frage, obwohl es vom Haus der Peachums bis zum Galgen nicht sehr weit sein dürfte…). Wir können mit Recht zufrieden sein.

Meinen herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, an Darsteller, Musiker, Techniker, Broteschmierer, Vom-Ostbahnhof-Abholer, Textausleiher, Kritiker, Kommentatoren, Requisitenherumwuchter, Kostümnäher, Souffleusen, Mal-eben-Einspringer, Perückenverteiler, Kartenvorverkäufer, Kartenkäufer, Zuschauer, Zaungäste, eben an euch alle.

Hier noch einige Fotos. Sie stammen von Pablo oder von der Website des Musicalteams, (die es heute nicht mehr gibt).

Dreigroschenoper - Im Hurenhaus
Im Hurenhaus

Dreigroschenoper - Marius als Bettler
Marilyn Manson is dead, long live Marius!

Dreigroschenoper: Gangster/Bettler
Die Gangster spielten gleichzeitig auch Bettler.

POLLY!
Wo ist eigentlich Polly?

Für den Soundtrack verantwortlich: Die Band
Ein Teil unserer Band

Hanna und André
Hanna und André

Mackie Messers Kumpane
Zwielichtige Gestalten

Seine Merkwürden der Pfarrer
Der Pfarrer Ihres Vertrauens

Dreigroschenoper, letzte Szene
Mackie Messer ist begnadigt

Anekdoten:

“Ich hab noch nie so einen fetten Bettler gesehen…”
- Mein damaliger Mitbewohner Andreas

“Passt schon, ich bin Kunsthuster!”
- Brian, nach einem Hustenanfall

“Wo bleiben meine Huren??”
- André

“Die Sicherungen halten das schon aus.”
- Walter

“Dann segelt mal hinein in den Whisky!”
- Der Spruch kam öfters mal, meist beim Pausieren.

“Erst muss es möglich sein auch armen Leuten / vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.”
- Ebenfalls bei der Brotzeit


(Danke an Euch alle!)

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