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Musik | Reisen mk am 08. Mai 2009 10:06 am

Sziget-Jazzbühne bekommt “Pub-ähnlichen Schauplatz”

Gerade in den Sziget News gelesen: Im 17.Jahr seines Bestehens setzen die Veranstalter des Festivals auf Erneuerung, konzeptionell und inhaltlich, so zumindest die Absicht. Dazu ändern sich einige Bühnenorte, Bühnengrößen und es werden auch einige Schauplätze zusammengelegt. Gar nichts dagegen einzuwenden, was die kulturellen Angebote angeht verspricht es auch wieder recht interessant zu werden.

Aber das?

Aus seinem Großzelt zieht das Genre des Jazz dieses Jahr in einen stimmungsvollen Pub-ähnlichen Schauplatz um, eigens organisiert vom “Budapest Jazz Club”.

Hm. Weiß nicht so recht ob das eine gute Idee ist. Ich habe schon vor zwei Jahren geschrieben, dass das Jazz-Zelt zu klein ist. Beim Konzert von Mike Stern war das Zelt bis auf den letzten Quadratzentimeter VOLL, und drumherum stand noch ein das Zelt umschließender menschlicher Ring von 5 Meter Stärke und mehr. Alles Leute, die Jazz hören wollten und die Musiker auf gern gesehen hätten. Bei Erik Truffaz war es ähnlich. Außerdem hat Ungarn selbst teilweise echt guten Jazz zu bieten.

Es kann natürlich sein, dass viele kleine, gute, aber unbekannte Formationen zu wenig Besucher angelockt haben und das Zelt daher über den Gesamtzeitraum des Festivals nicht genügend Vollauslastung hatte. Ein “Pub-ähnlicher Schauplatz” klingt für mich aber im Zusammenhang einer solchen Massenveranstaltung wie eine Drohung und lässt Übles erahnen.

Vorab-Bashing ist aber unfair. Ich werds mir eben mal ansehen. Wenns vom Platzangebot zu sehr nach Telefonzelle aussieht werd ich mich halt mal für einen Abend vom Festival abseilen und in eins der Jazzlokale in Pest gehen…

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4 Kommentare zu “Sziget-Jazzbühne bekommt “Pub-ähnlichen Schauplatz””

  1. am 27. Mai 2009 um 12:17 1. Molle hat geschrieben:

    Was ich als Ungarnkenner so erfahren hab, ist das der Jazz (und generell qualitativ gute Musik) in Ungarn in den letzten Jahrzehnten stark nachgelassen hat. Ich war zwar jetzt nicht auf sooo vielen Konzerten in Ungarn, und ich vermute ja stark, das Jazzkonzerte sich sowieso in Ungarn allein auf Budapest beschränken, aber generell fehlt es in Ungarn an Musikernachwuchs, wenn man sich an die dortige Musikszene der 80er Jahre ansieht. Das ist ja auch ne gute Erklärung für volle Zelte beim Sziget (wo sich Budapest ja extra-international-weltoffen zeigen möchte), denn m. E. sind solche Konzerte sehr selten. Es gibt eine recht große Jugendszene mit Spartenbands, wo einige wirklich brilliante Gruppen dabei sind, aber kaum spezialisierte Jazzer oder so, die hätten keine Chance zu überleben.

  2. am 27. Mai 2009 um 12:34 2. mk hat geschrieben:

    Fehlt es etwa an Nachwuchsförderung?

  3. am 27. Mai 2009 um 12:44 3. Molle hat geschrieben:

    In dem Land fehlts an so Einigem.
    Budapest darf man nicht wie den Rest von Ungarn ansehen, grade so internationale Großveranstaltungen spiegeln nicht unbedingt wieder, wie´s dem Land zur Zeit so geht. Und das ist eher düster.
    Was populäre Musik in Ungarn angeht, da hören die jugendlichen entweder den allerseichtesten Doofpop aus der Medienmaschinerie oder konroverse rechtsradikale Punk- und Metalgruppen, die sind seit einiger Zeit fett am Boomen.
    Allerdings treten manchmal echt gute Experimentier-Musiker (nicht immer Jazzer) auf, da kann ich mich noch an ein paar verblüffend gute Darbietungen erinnern. (nicht Sziget, eher so ländliche Konzerte)

  4. am 19. August 2009 um 02:17 4. Sziget 2009 Aftermath » blog.krefftwerk hat geschrieben:

    [...] man aus der Jazzbühne gemacht hat ist eine ziemliche Frechheit. Das nehme ich persönlich. Irgendwie hatte ich bei dem Vorab-PR-Geschwafel zu dieser Bühne ja schon ein mulmiges Gefühl, aber das hat wirklich dem Fass den Boden ausgeschlagen. Die Sziget-Jazzbühne war 2009 im [...]

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