Archiv: RubrikenMünchen
Fundstücke | München mk am 25. Mai 2007
Loremo
In München wird nördlich der Leopoldstraße ein 1,5l-Auto namens Loremo entwickelt, das ab 2009 in Serie gehen soll.
Angesichts steigender Spritpreise absolut sinnvoll, wenn auch vollkommen neben dem Trend: Gefragt sind derzeit ja wohl eher elefantengroße SUVs im Ochsenfrosch-Look und mit einem Spritverbrauch jenseits von Gut und Böse. :-)
Allgemeines | Musik | München mk am 21. April 2007
Panzerballett live in der Unterfahrt
Wie angekündigt habe ich mir am Mittwochabend von Panzerballett was auf die Ohren geben lassen. Das Programm kannte ich mit ein paar Ausnahmen im Wesentlichen von der CD, bloß dass eben live noch viel mehr Druck da ist. Was einem außerdem auf der CD entgeht, sind Jan Zehrfelds Exkurse zu “Morgensternen”, “Rüblikuchen” sowie “Salat mit Streifen von der Brust einer Pute” und anderen wichtigen Themen des Zeitgeschehens.
Interessant zu beobachten war auch das Publikum. Ein Jazzclub ist eben keine Kneipe. Der Kontrast zwischen den sich durchaus körperlich verausgabenden Musikern auf der Bühne (selten habe ich einen Bassisten soviele Kilometer während eines Konzertes staksend zurücklegen sehen) und dem aufrecht sitzenden, gelegentlich ein Headbangen dezent mit den Nackenmuskeln andeutenden Gästen an den Tischen hätte krasser kaum sein können, das war wirklich sehenswert.
Harter Jazz aus der Stahlhütte, solide, saubere Spielweise (Also die Jungs können echt was. Allesamt.), eine Version des Songs “Zickenterror” mit Text, Gastsängerin und kabarrettistischen Elementen, und der Rotwein war auch nicht schlecht. Was will man mehr?
Man wünscht der Band ein größeres Publikum. Zum Beispiel die acht Hanseln, die mir am Tag davor noch alle gesagt haben, sie würden mitkommen, und am End’ war bloß der Alex da. Schämt Euch! ;-)
Film | München | Projekte mk am 16. Februar 2007
Cinema Tableau
Münchner Kurzfilmfans aufgepasst: Alle paar Monate lädt das Cinema Tableau ins Kirchheimer Wohnzimmer. Wer will, kann hier seine eigenen Kurzfilme vorstellen und sich mit Gleichgesinnten austauschen, und natürlich ist es auch erlaubt sich einfach dazuzusetzen und zu gucken. Getränke gibts zu humanen Preisen, der Eintritt ist frei.
Was wird geboten? Ein eigentlich immer buntes Programm vom Gelegenheitsdreh über Experimentalfilme bis hin zur hochwertigen Dokumentationen (wenn gerade ein paar Ethnologiestudenten anwesend sind). Und auch oft reichlich komplett verspultes Zeug. Eigentlich genau das Richtige für einen Freitagabend.
Allerdings ist eine gute Ortskenntnis vonnöten - das “Wohnzimmer” ist eine Art Lokalinstitution, die man jenseits der umliegenden Dörfer und Weiler an der S2 östlich von München wohl kaum kennt. Daher sei auf den Anfahrtsplan auf der Website verwiesen.
Organisiert wird das Cinema Tableau von Philipp Schumacher, David Molnar und Stefan Tietz. Im Grunde ist die Veranstaltung eine Tochter der Plattform Heimstetten, aus deren gelegentlichen “Heute mit Kurzfilm”-Abenden sie hervorging.
Die Website wurde pro bono mit Joomla erstellt, ein bestehendes Template (von Mamboteam) optisch angepasst. Dank Community Builder und Forum (Joomlaboard) können registrierte Benutzer sich dort auch zwischen den Filmabenden online austauschen, in ihrem Nutzerprofil optionale Angaben machen über Ziele, Projekte und Equipment, das sie für Filme zur Verfügung stellen würden. All das, um Synergien zu fördern. Damit da was zamgeht. Wer also ein halbfertiges Drehbuch hat und Laienschauspieler sucht, oder eine Kamera, aber leider keinen Schnittplatz sein Eigen nennt, findet hier vielleicht die richtigen Kontakte.
München | Projekte mk am 30. Januar 2007
docphilol - Website der Doktoranden phil. und rer.pol. an der LMU
Ebenfalls noch mit PHPNuke 5.5 VKP erstellt und bereits einige Jahre in Betrieb ist die Website für die Promovendeninitiative docphilol an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Neben den üblichen Community- und Contentfunktionen verfügt sie über einen Veranstaltungskalender (vom pragmaMX-Entwickler) und ein Dissertationsverzeichnis, in das man sein Promotionsvorhaben (also ausdrücklich auch Dissertationen im Entstehungsprozess) inklusive Abstract einpflegen kann.
docphilol stellt als eine Art Doktoranden-Fachschaft aller sechs sozial- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten der LMU eine gemeinsame Plattform zur Information und Kommunikation dar. Neben den Informationstreffen, einem Doktorandenstammtisch und einer eigenen wissenschaftlichen Veranstaltungsreihe, dem Colloquium Philosophicum (collphil) ist auch die Website zu einem gern- und vielgenutzten Angebot geworden, zumal es bis heute auch keine Alumnivereinigungen seitens dieser Fakultäten gibt.
Gegründet wurde die Initiative an der damaligen Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften II - daher der Name “docphilol”, der bis heute geblieben ist, obwohl längst nicht nur die Doktoranden in den Philologien von dem Projekt profitieren. Nach einem langwierigen Reformprozess, der unter anderem die Einführung der Disputation als Alternative zum Rigorosum mit sich gebracht hat, gibt es nun eine einheitliche Promotionsordnung für alle 6 Fakultäten, die den Grad des Dr. phil. beziehungsweise rer.pol. verleihen. docphilol verstand sich während dieser Phase als Sprachrohr der Doktoranden und war auch mit zwei Vertretern in der Reformkommission vertreten.
Es besteht außerdem bereits seit mehreren Semestern ein Austausch mit der Selbstständigenförderung UnternehmerGeist und der KHG an der LMU.
Das Projekt lebt von der freiwilligen Mitarbeit der Doktoranden. Gefördert wird es v.a. vom Studienzentrum Germanistik sowie von der IT-Gruppe Geisteswissenschaften an der LMU, die den Server sponsert.
München | Poesie | Projekte mk am 29. Januar 2007
Plattformpool
Die Plattform Heimstetten war eine regelmäßige freie Lesebühne im Münchner Outback, die immerhin sechs Jahre lang Bestand hatte. Der Eintritt war frei, und wer will konnte sich dazusetzen, Cräcker knabbern und zuhören. Mit Ausnahme gelegentlicher “Specials” gab es kein festes Programm, der Abend lebte jedes Mal von den Beiträgen der Besucher: Wer wollte, konnte sich nach vorn begeben und seine Kurzgeschichten, Lyrik und Performances zum Besten geben.
Anders als bei einem Poetry Slam hatte die Plattform keinen Wettbewerbscharakter. Es gab nichts zu gewinnen oder zu verlieren. Vom kleinen Gelegenheitsgedicht über einaktige Dramen bis hin zu für einen Freitagabend wirklich anstrengende Prosa war über die Jahre alles vertreten.
Der Plattformpool stellt den Versuch dar, ein interaktives Textarchiv für die Autoren/Besucher der Plattform aufzubauen. Bereits gelesene Texte sollten auf freiwilliger Basis zum Später-noch-einmal-Lesen ins Internet gestellt werden können. Es ist bei weitem nicht alles enthalten, was gelesen und gezeigt wurde, aber man erhält vielleicht einen kleinen Eindruck vom Ganzen.
Basis für die Website ist ein PHPNuke 5.5 VKP. Ich habe damals noch viel mit Nuke gearbeitet und über Monate viele viele Bugs beseitigen dürfen. Heute würde ich mit Sicherheit etwas anderes einsetzen, aber das Ding tut nach wie vor seinen Dienst. :)
München | Projekte mk am 25. Januar 2007
Die Dreigroschenoper nach Bert Brecht und Kurt Weill
Die Dreigroschenoper nach Bert Brecht und Kurt Weill mit einer bunt zusammengewürfelten Laiengruppe aufzuführen, ist gar nicht mal so einfach. Das Musicalteam Kirchheim hat sich über ein ganzes Jahr hinweg trotzdem dieser Herausforderung gestellt und das Stück im November 2003 an drei Aufführungstagen im Jugendzentrum Kirchheim auf die Bühne gebracht.

Wir waren ein heterogener Haufen aus etwa drei Dutzend Leuten zwischen 15 und 50 (?) mit sehr unterschiedlichem Background, die meisten ohne jede Bühnenerfahrung, die sich an den Wochenenden trafen, um Szenen einzuüben. Dazu wurde die Musik von Kurt Weill komplett neu als Rock-Oper à la Tom Waits arrangiert. Die Regie hatte Brian Burger, den man in Sachen Musical schon aus den “Cats” und “Jesus Christ Superstar” kannte, die Choreografie und Maske übernahm Sylvia Graefe, musikalischer Leiter war Robert Neußendorfer.
Das Projekt nahm Formen an. Es wurde aber schnell klar, dass das Ganze sehr zeit- und stressintensiv werden würde. Das Stück lebt von seiner Detailfülle, es gibt eine Menge Text und Zusammenhänge zu bewältigen, und überhaupt ist es schwierig, dass ein so großes Team erstmal zu einem wirklichen Team wird. So ist es für mich im nachhinein auch verständlich, dass während dieser Zeit auch einige der ursprünglich Mitwirkenden aus dem Projekt ausstiegen. Die Gründe dafür waren verschieden; teils waren für einige Job und Freizeit unvereinbar, etliche hatten private Gründe, andere waren dem Druck schlicht nicht gewachsen. Es sah zeitweise etwas danach aus, als würde nach Monaten der Vorbereitung das ganze Projekt ins Wasser fallen.
Aber eben weil es (bis zuletzt!) Probleme gab, lernte man auch neben einem Theaterstück eine ganze Menge in Sachen Krisenmanagement. :-) Ich meine, dass es für viele auch nicht zuletzt dadurch eine persönliche Bereicherung war, hier mitzumachen. Außerdem hatte man auf und neben der Bühne viel Gelegenheit, einander kennenzulernen. Man saß in einem Boot, und der November rückte näher.
Und es wurde ein voller Erfolg. Aufgetakelte Huren, dubiose Polizisten und Pfarrer, richtig eklige Bettler und die Peachums. Mackie Messer zwischen Polly und Lucy. Gangster. KUNSTGRIND! BLUT! JAAAAAAAA! Es gab drei Aufführungen im ausverkauften JUZ. “Die Leute fanden’s geil, wenn auch ein wenig lang” (denn Kürzen kam nicht in Frage, obwohl es vom Haus der Peachums bis zum Galgen nicht sehr weit sein dürfte…). Wir können mit Recht zufrieden sein.
Meinen herzlichen Dank an alle Mitwirkenden, an Darsteller, Musiker, Techniker, Broteschmierer, Vom-Ostbahnhof-Abholer, Textausleiher, Kritiker, Kommentatoren, Requisitenherumwuchter, Kostümnäher, Souffleusen, Mal-eben-Einspringer, Perückenverteiler, Kartenvorverkäufer, Kartenkäufer, Zuschauer, Zaungäste, eben an euch alle.
Hier noch einige Fotos. Sie stammen von Pablo oder von der Website des Musicalteams, (die es heute nicht mehr gibt).

Im Hurenhaus

Marilyn Manson is dead, long live Marius!

Die Gangster spielten gleichzeitig auch Bettler.

Wo ist eigentlich Polly?

Ein Teil unserer Band

Hanna und André

Zwielichtige Gestalten

Der Pfarrer Ihres Vertrauens

Mackie Messer ist begnadigt
Anekdoten:
“Ich hab noch nie so einen fetten Bettler gesehen…”
- Mein damaliger Mitbewohner Andreas
“Passt schon, ich bin Kunsthuster!”
- Brian, nach einem Hustenanfall
“Wo bleiben meine Huren??”
- André
“Die Sicherungen halten das schon aus.”
- Walter
“Dann segelt mal hinein in den Whisky!”
- Der Spruch kam öfters mal, meist beim Pausieren.
“Erst muss es möglich sein auch armen Leuten / vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.”
- Ebenfalls bei der Brotzeit

(Danke an Euch alle!)
Fundstücke | München mk am 22. Januar 2007
Hörspielhelden in München
Ein Geheimtipp für Hörspiele-Fans ist die Seite Hörspielhelden von Petra Umlauf und Michael Numberger. Die beiden frönen seit Jahren einer pathologischen Sammelwut nach Hörspielkassetten und -LPs, grasen regelmäßig Münchner Flohmärkte und andere Bezugsquellen ab und haben auf diese Weise das größte private Kinderhörspielarchiv aufgebaut, das ich je gesehen habe. Auf ihrer komplett selbst verwalteten Website bieten sie knallharte, unbestechliche Rezensionen, Veranstaltungstipps rund um Pumuckl, Fünf Freunde, Drei Fragezeichen und dergleichen, sowie ein kleines Forum für Gleichgesinnte. In ihrer Sammlung finden sich auch echte Raritäten.