MonatsarchivApril 2007
Allgemeines mk am 30. April 2007
Lieber auf der verfassungsrechtlich sicheren Seite
Die besten Realsatiren schenkt uns die Politik. Und wenns nicht gar so traurig wäre, würde ich auch gern darüber lachen. Genüsslich kommentiert die FAZ in der Leitglosse (Nr. 99 vom 28.4., Seite 1) die jüngsten Entwicklungen zur Online-Durchsuchung.
[…] Kaum ist im BND-Untersuchungsausschuss etwas Ruhe eingekehrt, kommt ans Licht, dass der frühere Innenminister Schily Anordnungen getroffen hat, die der gegenwärtige Innenminister Schäuble nicht einmal als Gesetze vorschlagen darf, ohne von der SPD beschimpft zu werden.
Hacker-Angriffe von Sicherheitsbehörden auf private Computer, so dachte man bisher, seien in Deutschland ausgeschlossen. Erst jüngst hatte der Bundesgerichtshof ein entsprechendes Ersuchen des Generalbundesanwalts zurückgewiesen, weil es dazu einer gesetzlichen Grundlage bedürfe. Nun kommt heraus, dass Schily den Nachrichtendiensten eine solche Ermächtigung auf dem Verordnungsweg erteilt hatte. Auch wenn davon, wie es jetzt heißt, nur in “weniger als einem Dutzend Fällen” Gebrauch gemacht wurde - die Empörung, die sich in jüngster Zeit gegen sicherheitspolitische Vorstöße Schäubles gerichtet hat, fällt damit erst einmal in sich zusammen. Und wieder dürfte es einige Unionspolitiker geradezu jucken, der SPD und den Grünen ein faules Ei unter die Nase zu reiben, das ihnen Schily ins Nest gelegt hat. […]
Ein Taxifahrer in Hong Kong, mit dem sich auf der Fahrt ein nettes Gespräch ergeben hatte, war der Ansicht, viele Gesetze würden nur für diejenigen Leute gemacht, die sie sowieso schon befolgten. Insofern kann ich Herrn Schäuble schon verstehen, dass er sich “lieber auf der verfassungsrechtlich sicheren Seite” sehen will.
Allgemeines mk am 28. April 2007
Domain-Blacklist für Google AdWords
Bei Google AdWords findet sich ein Tool, mit dem man bestimmte Domains vom Anzeigen der Anzeigen (pun intended…) ausschließen kann. Das ist im Prinzip mal ganz nett, weil man so etwas zielgruppengerechter arbeiten kann. Es gibt mittlerweile einfach zum Erbrechen viele Seiten, die einfach nur darauf ausgelegt sind, über AdSense etc. Werbebudgets abzugrasen und die sonst über keinen sinnvollen Content verfügen. Soll man die etwa alle orten und in die Blacklist einfügen, weil es Google nicht selbst macht oder mit dem Ausschließen solcher Seiten nicht nachkommt? Warum also so umständlich? Eine entsprechende Whitelist anhand eines Katalogs wäre für den Werbenden wohl wesentlich effektiver.
Projekte mk am 28. April 2007
Domus Hausverwaltung & Immobilien Bad Wildungen
Diese Woche ist die Website der Domus Hausverwaltung & Immobilien GmbH in Bad Wildungen online gegangen. Das Unternehmen bietet Kauf- und Mietimmobilien in Bad Wildungen und im Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Es handelt sich hierbei um eine Joomla-Installation mit MisterEstate als zentraler Komponente - beides ist frei verfügbar. MisterEstate ermöglicht eine professionelle Onlinepräsentation von Kauf- und Mietimmobilien und wird stetig weiterentwickelt. Integriert sind Standortanzeige bei MAP24 und GoogleMaps, das OpenSource-Tool Lightbox zum Präsentieren der Objektbilder und ein paar andere nette Gimmicks.
Brain Frag mk am 24. April 2007
Aus dem Knast gefaxt
Das gestrige Schlusslicht auf tagesschau.de würdigt einen Häftling in Kentucky, der für immerhin zwei Wochen auf freiem Fuß war, weil er sich über das Fax eines Gemüseladens per gerichtlicher Anweisung selbst entlassen hatte.
Brain Frag & Fundstücke mk am 23. April 2007
Kissenfernbedienung
Man könnte jetzt über den praktischen Wert streiten, aber ich denke die Zielgruppe wäre dazu einfach zu faul. :-)

Via Gizmodo.
Allgemeines & Musik & München mk am 21. April 2007
Panzerballett live in der Unterfahrt
Wie angekündigt habe ich mir am Mittwochabend von Panzerballett was auf die Ohren geben lassen. Das Programm kannte ich mit ein paar Ausnahmen im Wesentlichen von der CD, bloß dass eben live noch viel mehr Druck da ist. Was einem außerdem auf der CD entgeht, sind Jan Zehrfelds Exkurse zu “Morgensternen”, “Rüblikuchen” sowie “Salat mit Streifen von der Brust einer Pute” und anderen wichtigen Themen des Zeitgeschehens.
Interessant zu beobachten war auch das Publikum. Ein Jazzclub ist eben keine Kneipe. Der Kontrast zwischen den sich durchaus körperlich verausgabenden Musikern auf der Bühne (selten habe ich einen Bassisten soviele Kilometer während eines Konzertes staksend zurücklegen sehen) und dem aufrecht sitzenden, gelegentlich ein Headbangen dezent mit den Nackenmuskeln andeutenden Gästen an den Tischen hätte krasser kaum sein können, das war wirklich sehenswert.
Harter Jazz aus der Stahlhütte, solide, saubere Spielweise (Also die Jungs können echt was. Allesamt.), eine Version des Songs “Zickenterror” mit Text, Gastsängerin und kabarrettistischen Elementen, und der Rotwein war auch nicht schlecht. Was will man mehr?
Man wünscht der Band ein größeres Publikum. Zum Beispiel die acht Hanseln, die mir am Tag davor noch alle gesagt haben, sie würden mitkommen, und am End’ war bloß der Alex da. Schämt Euch! ;-)
Demoscene mk am 17. April 2007
Breakpoint…
… ist vorbei, ich war nicht da. Aber ich kann mir wieder ein paar neue schicke Demos reinziehen. :)

Farbrausch - Debris

Andromeda - Noumenon

Synesthetics - Lucy in the Sky with Dieties

lkcc & Bauknecht - Above
… und noch einen ganzen Haufen feine Sachen.
Film & Reisen mk am 13. April 2007
Ein Tag auf dem HKIFF
Das Hong Kong International Film Festival (HKIFF), das immerhin seit 1977 jährlich stattfindet und dieses Jahr in die 31. Runde ging, war für mich natürlich eine Pflichtveranstaltung. Ich hatte mir den 4.4. ausgesucht, es war sowieso dicht bewölkt und drohte zu regnen.
Und weil mich vom Cinema Tableau her der Nachwuchsfilm besonders interessiert, hatte ich mir zunächst ein Ticket für eine Reihe von Filmen besorgt, die mit “Hong Kong Baptist University Selection” übertitelt waren. Richtig überzeugt hat mich von den Filmen allerdings nur einer: Wong Tsz Ching in Search for Wong Tsz Ching ( 黃梓澄尋黃梓澄 ), dessen Regisseur als Hong-Kong-Re-Immigrant aus Kanada im Stil einer Dokumentation Identität anhand seines Namens (der anscheinend ungewöhnlich ist - ich kann das als Nicht-Sinologe nicht beurteilen) thematisiert und einige Aspekte herausgreift (Wortlaut des Namens, einen Teil des Lebenslaufes, Person aus Eigen- und Fremdsicht). Er geht dabei auch auf die Suche nach Personen, die den selben Namen tragen, und wird sogar fündig.
Erwähnenswert ist auch die erste Episode der im Anschluss gezeigten Sammlung “Tickets”, Uptown-Downtown ( 上城下城, Regie: Hung Kwong Yin Brian, Ka Ho Yue ), die eine fiktive Introspektive eines Spanisch sprechenden Taschendiebes in der New York Subway zeigt, der im Anschluss eines jeden Diebstahls aus Interesse die Geldbörsen seiner “Arbeitgeber” studiert. Als er an den Personalausweis einer jungen Japanerin gelangt, überlegt er sich, wie es wäre, wenn er sie kennenlernen würde.
Das HKIFF ist über mehrere Veranstaltungsorte verteilt. So bin ich denn später noch nach Kwai Fong gefahren und habe mir ein Ensemble Animationsfilme angesehen, die alle wirklich gut waren:
Jeu von Georges Schwizgebel (4 min): Ein Farbenspiel ohne Handlung mit schrillbunten, schnellen, ineinander überfließenden Szenen, die wieder mal so ein M.C.Escher-Feeling aufkommen lassen.
Phantom Canyon von Stacey Steers (10 min): ein Schwarzweiß-Animationsfilm im 1900-Buchdruck-Stil, ein freudscher Albtraum weiblicher Sexualität, Ironie inbegriffen.
Golden Age von Aaron Augenblick (26 min) … ziemlich cooler Name für einen Vertreter visueller Kunst… : Fiktive Retrospektive und Persiflage auf japanische und v.a. US-amerikanische Comic- und Cartoonhelden, die Film-, Werbe- und Merchandiseindustrie; so treffend, dass es weh tut. Ausschnitte aus dem Film Golden Age kann man auf der Website des Studios ansehen.
My Love ( Моя любовь ) von Aleksandr Petrov / Pascal Blais Studio (26 min): Ich hatte vorher noch nie einen Film von Petrov gesehen und kann daher keinen Vergleich zu früheren Arbeiten ziehen; ich weiß aber, dass Petrov für seine Filme Ölfarben auf Glasuntergrund verwendet, so auch hier. Dieser Film und diese aufwändige Technik haben mich ehrlich tief beeindruckt. Inhaltlich geht es um einen Jugendlichen im Gefühlschaos zwischen zwei Frauen, zwischen Poesie, Phantasie und Fiebertraum, und Petrov vermag dies mit seiner Maltechnik wirklich brillant umzusetzen.
Bendito Machine von Jossie Malis / Zumbakamera (10 min): Ein in Flash umgesetzter, witziger, ideenreicher Film im Scherenschnitt-Stil ( Link zum Film Bendito Machine auf der Website von Zumbakamera ) zum Verhältnis von Mensch und Maschine.
Fundstücke & Musik mk am 10. April 2007
Panzerballett
Ja was zum Geier ist das denn ?!
Ich bin auf der ziellosen Suche nach aktuellen Jazzbands auf Panzerballett aus München gestoßen, die eine gewagte Jazz/Fusionscheibe aufgenommen haben mit einer saftigen Portion Metal und Funk. Keine halbherzige Crossovergeschichte, sondern eine komplexe Mucke mit ordentlich Dampf dahinter.
Einige der Bandmitglieder haben schon mit Doldinger und im Bundesjazzorchester gespielt, der Bassist ist auch beim Georg Ringsgwandl mit dabei.
Panzerballett treten unter anderem am 18.4. in der Unterfahrt auf. Ich werde da sein.
Reisen mk am 06. April 2007
Off to Hong Kong …
Ich bin jetzt mal die Tage weg, hab mein Hirn zuhause im Tiefkühlfach gelassen und genieße Hong Kong trotz mittelmäßigen Wetters in vollen Zügen. Bericht folgt irgendwann. :-)
Gruß an CAB: “Kowloon” hat mit “Kölle” nicht wirklich viel zun tun… :-P