MonatsarchivJanuar 2007
Projekte mk am 21. Januar 2007
Das berüchtigte Far Away
Far Away war ein Adventurespielprojekt, das Walter Werther, Jonathan Streit, Gert Zellentin und ich während unserer Schulzeit doch tatsächlich fertigbekommen haben. Trotz gänzlichen Fehlens eines didaktischen Nutzens im engeren Sinne bekamen wir dafür sogar einen Sonderpreis bei Jugend forscht 1998.



Drei Schüler am Gymnasium Kirchheim haben die Schnauze gestrichen voll von der Schule und bauen sich deswegen ein Raumschiff, um nach Beteigeuze auszuwandern. Im Spiel geht es im wesentlichen darum, die Einzelteile für das Raumschiff zu beschaffen (wie baut man einen Antrieb, der mit Almdudler läuft?)
Ursprünglich sollte die Story auf fernen Planeten fortgesetzt werden, dann wären wir aber garantiert nie fertig geworden. Erschwerend kam hinzu, daß meine Familie mit mir zwischendurch für längere zeit nach Buenos Aires gezogen war. Daher zogen wir nach drei Jahren unterbrechungsreicher Entwicklungszeit und mehrfacher Atlantiküberquerung einer (heute liebevoll eingerahmten) Materialdiskette nach Argentinien und zurück eines Tages den Schlußstrich.
Das Spiel wurde in Borland Pascal für DOS geschrieben und läuft unter Umständen sogar unter Windows (mit VDMsound habe ich es sogar mal geschafft, das Ding mit Sound zum Laufen zu bringen. Ich bereute es sofort.). Es bietet sagenhafte 256 Farben bei einer umwerfenden Auflösung von 320×200 Pixeln. Und selbstverständlich ist es gratis und kann von Jona’s Homepage kopiert werden.
Man möchte es nicht glauben, aber Far Away wird anscheinend hin und wieder noch gespielt. Jedenfalls wurden noch Jahre später Schüler in einer S-Bahn gesichtet, die über eine mögliche Lösung für das Radiergummiproblem diskutierten.
Demoscene & Musik & Sauereien mk am 20. Januar 2007
Timbaland goes Demoscene
Wenn man etwas abschreibt und den Autor nennt, ist das ein Zitat. Tut man es nicht, ist es ein Plagiat. Macht man damit auch noch eine Menge Kohle bei einem großen Musiklabel, ist das eine Sauerei.
Auf der jährlich stattfindenden Assembly, einer der größten Demoscene-Parties mit mehreren Tausend Besuchern, hatte Janne Suni alias Tempest (damals bei der Gruppe Damage, derzeit bei Fairlight) während der Veranstaltung im Jahr 2000 ein kleines Chiptune namens “Acidjazzed Evening” in der Kategorie Oldskool music eingereicht und unter 15 Wettbewerbsbeiträgen gewonnen. Später machte Glenn Rune Gallefoss alias grg daraus ein Cover. Bis hierhin ist alles eine Sache innerhalb einer Szene von Enthusiasten digitaler Kunst. Die Tracks sind frei im Netz verfügbar, jeder darf sie sich kopieren und damit eigentlich machen was er will, so lange er sich nicht selbst als Autor ausgibt und damit Kohle einfährt.
Genau das passiert aber immer wieder. In der irrigen Annahme, es handle sich bei der Demoscene um eine kleine Nischengruppe skandinavischer Nerds, die außer einiger anderer skandinavischer Nerds sowieso keiner kennt, kommt es des öfteren vor, dass jemand Tracks aus der Demoscene nimmt, sie zum Zweck des Verkaufs auf CDs packt und/oder sich auf diversen Musikportalen als Autor ausgibt - so geschehen beispielsweise auf MP3.com, wo ein gewisser Jay Newingham aus Alabama Songs von Szenegrößen wie etwa Jonne Valtonen (Purple Motion/Future Crew) eins zu eins übernahm und versuchte, sie zu Geld zu machen.
Etwas andere Dimensionen nimmt das aber an, wenn bei Geffen Records ein Timbaland sitzt und einen Song für Nelly Furtado namens “Do it” produziert, der über längere Strecken hinweg die Baseline und Melodie der Version von grg enthält - weit länger, als dass dies noch als “sampling” durchgehen könnte. Dass das Original im Internet kostenlos verfügbar ist, heißt ja nicht, dass Tempest oder Kollege grg damit auf Urheberrechte verzichtet hätten.
Nachdem diese Geschichte zunächst als Gerücht im Internet die Runde machte, wurde inzwischen zumindest schon einmal im finnischen Fernsehen YLE und im Osloer Dagbladet und anderen Medien darüber berichtet. Auch der Website des Rolling Stone war es zumindest ein paar Zeilen wert. Mittlerweile gibt es auf Youtube ein Video für den direkten Vergleich von “Do it” und dem Original von Tempest.
Mich persönlich würde schon allein aus Prinzip interessieren, wie die Sache ausgeht. Um Spekulationen entgegenzuwirken, hat Tempest eine kleine Website aufgesetzt, auf der er sich in unregelmäßigen Abständen äußert.
Allgemeines mk am 20. Januar 2007
Und wieder ein Blog
Blogs gibt es Abertausende im Netz. Das dieser hier “völlig anders” wird, ist daher unwahrscheinlich. In erster Linie ist er ein persönliches Experiment.
“Code is Poetry” steht bei wordpress.org in der Fußzeile. Dieser Spruch hat mich dazu bewegt, dieses Wordpress-Dingsi mal auszuprobieren. Wenn jemand Programmierarbeit tatsächlich auch so versteht, kommt dabei sicher etwas Feines heraus.